CNG, Bio-LNG und Co.
VW, Scania und Fiat setzen sich dafür ein, dass sich CNG-Fahrzeuge auf dem Markt etablieren.

CNG, Bio-LNG und Co.

Um den erneuerbaren Kraftstoff Biomethan bewegen sich eine Vielzahl von Abkürzungen für Produkte verschiedenster Art. Um da den Durchblick zu behalten, befinden sich die Erklärungen aller nötigen Abkürzungen auf folgender Definitionsseite.

CNG

Das Kürzel CNG steht für Compressed Natural Gas das bedeutet komprimiertes Erdgas. Das gasförmige CNG besteht zu rund 98 % aus Methan, wovon das meiste durch Erdgas abgedeckt wird. Biomethan und synthetisches Methan bilden in der Regel einen geringeren Anteil ab. CNG kann durch PKW oder LKW mit einem Benzin-Motor, der zu einem Erdgas-/ CNG- Antrieb umgerüstet wurde, betrieben werden. Im PKW gibt es von VW und Fiat eine Reihe CNG-betriebener Serienfahrzeuge. Im LKW-Bereich sind Scania und Iveco stark im CNG-Antrieb vertreten und New Holland bringt demnächst einen 180 PS-Schlepper mit CNG-Antrieb in der Serienproduktion heraus. Es gibt mit knapp 900 CNG-Tankstellen bereits ein flächendeckendes Netz an Tankstellen in Deutschland. CNG ist daher der einzige alternative Kraftstoff mit einem flächendeckenden Tankstellennetz, der die CO2-Emissionen deutlich reduziert. So kann CNG die CO2-Emissionen gegenüber Diesel um bis zu 25 % senken.

Bio-CNG

Bio-CNG steht für Bio-Compressed Natural Gas. Es hat die gleichen Qualitäten wie CNG, besteht jedoch zu 100 % aus Biomethan. Biomethan bildet sich durch die Vergärung von Biomüll oder Gülle in einer Biogasanlage. Autos oder LKW mit CNG-Antrieb können problemlos mit Bio-CNG betankt werden. Ein Vorteil von Bio-CNG sind die niedrigen Treibhausgas-Emissionen, die um über 90 % niedriger liegen als beim Diesel-Antrieb. Dadurch gehört Bio-CNG zu den klimafreundlichsten Antriebsarten.

New Holland bringt den Schlepper T6.180 Methane Power mit 180 PS serienmäßig auf den Markt. Der Traktor verfügt über einen CNG bzw. einen Bio-CNG Antrieb.

LNG

Die Abkürzung LNG steht für Liquified Natural Gas, sprich flüssiges Erdgas. Im Gegensatz zum CNG ist das LNG nicht gasförmig, sondern flüssig. Es zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte und gute Lagermöglichkeiten aus. Es ist vor allem für den Schwerlastverkehr und Schiffsverkehr prädestiniert. Es wird auf einer Temperatur von unter -162°C flüssig gehalten und durch die hohe Energiedichte können LNG LKW eine Reichweite von über 1500 km erreichen. LKWs auf LNG-Antrieb gibt es bereits in Serienproduktion von den Marken Scania und Iveco. Ähnlich wie CNG werden die Treibhausgas-Emissionen durch LNG gesenkt, jedoch gibt es mit weniger als 40 Tankstellen noch kein flächendeckendes Tankstellennetz für LNG.

Bio-LNG

Ähnlich wie Bio-CNG besteht Bio-LNG zu 100% aus Biomethan. Bio-LNG weist ähnliche Stoffeigenschaften wie LNG auf. Das Bio-LNG kann der Landwirt oder die Landwirtin direkt an der Biomethananlage verflüssigen oder das Biomethan an eine Sammelstelle liefern. Die Potenziale für Bio-LNG sind sehr groß, denn E-Mobilität ist vor allem durch das hohe Gewicht der Batterien im Schwerlast- und Schiffsverkehr bisher nur schwer realisierbar.

LPG

Autogas, im Englischen auch Liquid Petroleum Gas (LPG), ist ein flüssiges Gas, das hauptsächlich aus den Stoffen Butan und Propan besteht. Es ist zum Einsatz in Verbrennungsmotoren nach einem Umbau vorgesehen und ein Nebenprodukt der Öl- und Gas-Raffination. Im Gegensatz zum CNG gibt es beim LPG keine klimafreundliche Variante, nichtsdestotrotz sind die CO2e-Emissionen beim LPG um 15 % niedriger als beim Benzin-Antrieb.

PTG

PTG steht für Power to Gas. Mit Power to Gas Anlagen können verschiedene Kraftstoffe durch elektrische Energie hergestellt werden, dazu gehören beispielsweise Wasserstoff oder synthetisches Methan. Bei PTG-Anlagen besteht aktuell häufig das Problem, dass beim deutschen Strommix die Treibhausgas-Bilanz der erzeugten Kraftstoffe schlechter ausfällt als beim Benzin oder Diesel.

Henning Dicks

Agraringenieur

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