agriportance: Die Geschichte eines Agrar-Start-ups, dass die Energiewende gestaltet

agriportance: Die Geschichte eines Agrar-Start-ups, dass die Energiewende gestaltet

Die „agriportance GmbH“ entstand aus der Vision heraus mehr Klimaschutz in die Landwirtschaft zu bringen. Zugleich sollte zusammen mit den Landwirten und Landwirtinnen eine wirtschaftliche Lösung für die Zukunft entwickelt werden – die Gründungsgeschichte erzählt den Anfang, den Status-quo und die Vision für die Zukunft. 

Thorsten Rohling als Software-Entwickler und Henning Dicks als Landwirt haben sich zusammen mit vielen Wegbegleitern auf die Reise begeben und 2020 mit dem Projekt „agriportance“ gestartet. Viele Hürden, große Erfolge und nahezu täglich spannende neue Erfahrungen haben die agriportance und ihre Mitstreiter seit je her erfahren dürfen. 

Henning_und_Thorsten_Bild

Vision und Mission für den Energiemarkt von Morgen

Nach vielen Gesprächen mit Kunden und intensiver Entwicklungsarbeit hat sich unsere Vision als agriportance verfestigt. Wir möchten der Marktbereiter für erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft sein. Auf dem Weg dahin fokussieren wir uns auf den aktuell stark florierenden Biomethanmarkt. Dieser schafft eine klimafreundliche und von Erdgas-Importen unabhängige Energiequelle. Hier gestalten wir aktuell den europäischen Markt federführend durch ein innovatives und mit der Zielgruppe entwickeltes Geschäftsmodell. 

agriportance_Team

Ein ITler und ein Landwirt auf Ideensuche

In den Anfängen der agriportance waren wir ein kleines Team bestehend aus den Gründern Thorsten und Henning. Wir waren eingebunden in Angestelltenverhältnissen bei Münsteraner Unternehmen. Thorsten als Software-Entwickler und Henning als Agrarjournalist. Wir sind aus einem Wochenend- und Nach-Feierabend-Projekt während des ersten Corona-Lockdowns entstanden. Die Wegbegleiter und Unterstützer waren verschiedene landwirtschaftliche Betriebe, die für die Vision der agriportance brennen und teilweise auch unsere ersten Kunden wurden. Dazu zählten landwirtschaftliche Familienbetriebe aus dem Münsterland aber auch größere Unternehmen aus ganz Deutschland. Sie halfen etwa bei der kritischen Beurteilung von Geschäftsmodellen und mit ihrem Netzwerk in die Branche. In der Anfangszeit haben wir uns mit einer Vielzahl von möglichen Geschäftsmodellen beschäftigt. Dazu gehören die Themen Humusaufbau, Emissionsminderung in der Tierhaltung oder der Einsatz von Pflanzenkohle. Biogas und Biomethan war eines von vielen Themen auf einer langen Liste, wo wir aber schnell merkten, dass es zum einen das Thema mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft aber zum anderen auch am ehesten einem skalierbaren und möglichen Geschäftsmodell entsprach. Die Zusammenarbeit mit den potenziellen Kunden war somit der Schlüssel zum Entwickeln und Testen der richtigen Idee für die agriportance. 


Erste zahlende Kunden als wichtiger Meilenstein

Als Henning mit Biogasproduzenten gesprochen hatte, wurde ihm schnell klar: „Egal ob ich mich mit einem Landwirt aus dem Münsterland oder mit einem Stadtwerk aus Bayern ausgetauscht habe, es waren immer zwei Probleme, die sich wiederholten und zu lösen gab.“ Das erste Problem zielte auf die komplexe und bürokratische Treibhausgas-Bilanz ab, die der Produzent machen muss, um an dem neuen und lukrativen Markt teilnehmen zu können. Das zweite Problem wurde uns häufig wie folgt geschildert: „Meine EEG-Vergütung habe ich jetzt fast 20 Jahre bekommen, das lief so durch. Wie funktioniert das nun beim Biomethan?“ Fragen kamen häufig zu potenziellen Abnehmern, der Vertragsgestaltung aber auch der Qualitätseinstufung des Biomethans. Als wir jedoch mit der anderen Seite also Energie- und Mineralölunternehmen als Abnehmer gesprochen hatten, wurde uns ebenfalls klar, diese Unternehmen haben nicht das richtige Netzwerk bzw. die Ansprache, um die andere Seite einfach erreichen zu können. 

Aus diesen Gesprächen haben wir unsere Lösung entwickelt, eine Software, mit der Produzenten alle Fragen rund um die Nachhaltigkeitszertifizierung lösen kann und dahinter ein Match-Making-Prozess mit dem Produzenten und Abnehmer fair sowie effizient verknüpft werden. So konnten wir in der Pilotphase im Sommer 2021 die ersten zahlenden Kunden gewinnen und dadurch mit einem relevanten Unternehmenswachstum starten.         


Skalierung und Marktwachstum eines noch jungen Unternehmens      

Nach der Pilotphase ist uns eine schnelle Etablierung im deutschen Biomethanmarkt gelungen. So könnten wir nicht nur eine Handvoll Pilotkunden sondern bereits nach wenigen Monaten über 100 zahlende Kunden gewinnen. Und das nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus einer Vielzahl weiterer europäischer Länder. Die ersten Mitarbeitenden ergänzten Thorsten und Henning. Als wichtige Stütze sind sie Antreiber der Unternehmensentwicklung bis heute. 14 Leute zählt unser agriportance Team aktuell und weitere Stellen sind bereits ausgeschrieben. Kleiner Fact am Rande: Unsere Büros waren in der Regel schon beim Einzug zu klein. Gestartet sind wir in einem Co-Working-Space und über verschiedene kleine Büros sind wir nun auf einer Bürofläche von über 130 m² tätig. 

agriportance Team

Der Marktbereiter für Biomethan in Europa

Europäisch, digital und Kundennah, das sind drei Schlagworte, die uns aktuell antreiben. Denn wir sehen eine zentrale Stärke von Biomethan darin die dezentrale Produktion eines grünen Erdgasersatzes und der Kreislaufwirtschaft in ganz Europa möglich machen zu können. Die Skalierung des Biomethanmarktes ist aber nur durch eine digitale Infrastruktur möglich, die eine optimale Entwicklungsbasis für alle Marktakteure ermöglicht. Durch unsere Kundennähe in der Vergangenheit sowie der Zukunft erhalten die Marktakteure zudem genau das, was sie benötigen.  

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