Wie wird Biomethan hergestellt?
Gewinnen Sie einen Überblick über die einzelnen Schritte der Biomethanherstellung – von der Auswahl und Vorbehandlung organischer Rohstoffe bis zur anaeroben Vergärung und Biogasproduktion. Erfahren Sie außerdem, wie das entstandene Biogas gereinigt und auf Erdgasqualität aufbereitet wird, um als nachhaltiger Energieträger genutzt zu werden.
Herstellung von Biomethan
Die Herstellung von Biomethan ist ein vielversprechender Prozess, der sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet. Biomethan wird aus biologischen Abfällen erzeugt und kann als erneuerbarer Treibstoff in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden.
Biomethan wird hauptsächlich aus organischen Materialien wie landwirtschaftlichen Abfällen, Lebensmittelresten, Klärschlamm und anderen biologischen Quellen gewonnen. Diese Abfälle werden in einer anaeroben Vergärungsanlage behandelt. Dadurch wird das Methangas freigesetzt.
Substrate | Beschaffung der Biomasse
Die erste Phase besteht darin, geeignete Biomassequellen zu identifizieren und zu beschaffen. Zur Herstellung von Biomethan können verschiedene Substrate verwendet werden. Hier sind einige Beispiele:
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Organische Abfälle: Eine häufige Quelle für Biomethan sind organische Abfälle wie Küchenabfälle, Gartenabfälle, landwirtschaftliche Abfälle und Lebensmittelreste. Diese können in sogenannten Vergärungsanlagen oder Biogasanlagen eingesetzt werden, um Biomethan zu produzieren.
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Energiepflanzen: Bestimmte Pflanzenarten, die speziell für die Energieerzeugung angebaut werden, können als Substrat für die Biomethanproduktion dienen. Beispiele hierfür sind Mais, Gras, Luzerne und Rüben. Diese Pflanzen werden geerntet und in Biogasanlagen vergoren.
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Gülle und Mist: Tierische Ausscheidungen wie Gülle und Mist sind ebenfalls geeignete Substrate für die Biomethanproduktion. In Kombination mit anderen organischen Materialien können sie in Biogasanlagen verwendet werden, um Biomethan zu erzeugen.
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Industrielle Abfälle: Einige Industriezweige produzieren organische Abfälle, die zur Biomethanproduktion genutzt werden können. Beispiele hierfür sind Lebensmittelverarbeitungsabfälle, Abfälle aus der Getränkeindustrie und Abfälle aus der Papier- und Zellstoffindustrie.
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Klärschlamm: Klärschlamm, der als Nebenprodukt bei der Abwasserreinigung anfällt, kann ebenfalls zur Biomethanproduktion verwendet werden. Durch den Einsatz von Klärschlamm in Biogasanlagen kann nicht nur Biomethan erzeugt, sondern auch der Klärschlamm entsorgt und gleichzeitig das Methangas abgefangen werden, das ansonsten in die Atmosphäre entweichen würde.
Es gibt noch weitere potenzielle Substrate für die Biomethanproduktion, und die Auswahl hängt von der Verfügbarkeit, den örtlichen Gegebenheiten und den technischen Kapazitäten ab. Es ist wichtig, die Substrate sorgfältig auszuwählen, um eine effiziente und nachhaltige Biomethanproduktion zu gewährleisten.
Vorbehandlung der Substrate bzw. Biomasse
Die Biomasse wird in dieser Phase vorbehandelt, um sie für den Vergärungsprozess vorzubereiten. Dies kann Schreddern, Zerkleinern oder Mahlen beinhalten, um die Oberfläche zu vergrößern und den Abbau zu erleichtern.
Anaerobe Vergärung
Der Schlüssel zur Herstellung von Biomethan ist die anaerobe Vergärung. Die natürlichen Mikroorganismen in den Abfällen zersetzen die organischen Materialien und produzieren dabei Methangas. Die vorbehandelte Biomasse wird in einem anaeroben Fermenter, auch als Biogasreaktor oder Bioreaktor bezeichnet, platziert. Der Fermenter ist ein geschlossenes System, das den Eintritt von Sauerstoff verhindert.
Die Biomasse wird mit Hilfe von anaeroben Mikroorganismen, insbesondere Methanbildnern, vergoren. Diese Mikroorganismen bauen die organischen Verbindungen in der Biomasse ab und produzieren dabei Methan (CH4) als Hauptbestandteil des Biogases.
Der Fermenter
Um optimale Bedingungen für die Mikroorganismen zu schaffen, wird der Fermenter auf eine bestimmte Temperatur (normalerweise zwischen 35°C und 55°C, abhängig von den Mikroorganismen) gehalten. Zudem wird der Fermenterinhalt in Bewegung gehalten, um eine gleichmäßige Verteilung der Mikroorganismen und der Nährstoffe sicherzustellen. Während des Gärungsprozesses zersetzen die Mikroorganismen die Biomasse und wandeln sie in Biogas um.
Das Biogas besteht hauptsächlich aus Methan (50-75%), Kohlendioxid (25-50%) und Spuren von anderen Gasen wie Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Der Gärungsprozess kann mehrere Wochen bis Monate dauern, abhängig von der Art der Biomasse und den Bedingungen im Fermenter.
Aufbereitung und Reinigung
Nach der anaeroben Vergärung enthält das erzeugte Gas neben Methan auch andere Verunreinigungen wie Kohlendioxid, Wasser und Schwefelverbindungen. Um das Biomethan für verschiedene Anwendungen nutzbar zu machen, muss es gereinigt und von diesen Verunreinigungen befreit werden. Dieser Prozess wird als Aufbereitung bezeichnet und umfasst Schritte wie Entfeuchtung und Entschwefelung.
Anschließend wird das Kohlendioxid (CO2) aus dem Biogas entfernt, um den Methangehalt zu erhöhen. Dies kann durch verschiedene Methoden wie Druckwechseladsorption, Wasserwäsche oder Membrantrennung erreicht werden.
Einspeisung und Nutzung
Das gereinigte Biomethan kann in bestehenden Erdgaspipelines transportiert und zur Stromerzeugung, Wärmeversorgung oder als Kraftstoff verwendet werden. Es ist eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen fossilen Brennstoffen und reduziert die CO2-Emissionen erheblich. Nach der Aufbereitung erreicht das Biomethan einen Reinheitsgrad von etwa 97-99% Methan und kann nun ins Erdgasnetz eingespeist werden.
Biomethan fĂĽr die Energiewende
Die Herstellung von Biomethan bietet eine nachhaltige Lösung zur Energiegewinnung aus biologischen Abfällen. Der Prozess der anaeroben Vergärung und Aufbereitung ermöglicht die Umwandlung von Abfällen in einen erneuerbaren Gasen, der verschiedene Anwendungen bedienen kann. Mit dem Einsatz von Biomethan können wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und einen positiven Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten.
Dies sind die grundlegenden Schritte bei der Herstellung von Biomethan. Der Prozess kann je nach Anlagenkonfiguration und Biomassequelle variieren, aber das grundlegende Prinzip der anaeroben Vergärung bleibt gleich. Biomethan ist eine erneuerbare Energiequelle, da die Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen stammt und bei der Verbrennung nur das Kohlendioxid freigesetzt wird, das während des Wachstums der Biomasse aufgenommen wurde, wodurch der Prozess weitgehend kohlenstoffneutral ist.
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Wie können wir Ihnen helfen?
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Allgemein
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THG-Bilanzierungen
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Eine Treibhausgas-Bilanzierung (THG-Bilanzierung) erfasst und bewertet alle klimarelevanten Emissionen entlang eines Prozesses oder Produkts – von der Erzeugung bis zur Nutzung. Sie ist häufig Voraussetzung für Zertifizierungen und gesetzliche Nachweispflichten.
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Eine THG-Bilanzierung ist unter anderem erforderlich, wenn Sie Biomethan als erneuerbaren Kraftstoff vermarkten möchten, Nachhaltigkeitszertifizierungen anstreben oder im Rahmen der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II / RED III) Nachweise erbringen müssen.
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Unsere THG-Bilanzierungen orientieren sich an den aktuellen regulatorischen Anforderungen der RED III sowie den Vorgaben der einschlägigen Zertifizierungssysteme (REDcert², ISCC, SURE). Wir dokumentieren alle Berechnungen nachvollziehbar und prüfungssicher.
Nachhaltigkeitszertifizierungen
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Wir begleiten Zertifizierungen nach den drei in Deutschland und Europa fĂĽhrenden Systemen:
- REDcert – für Biomasse und Biokraftstoffe
- ISCC (International Sustainability and Carbon Certification) – international anerkannt, für verschiedene Rohstoffe und Lieferketten
- SURE (Sustainable Resources Verification Scheme) – anerkannt für Biokraftstoffe und Biomasse unter RED II / RED III
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Eine Zertifizierung belegt, dass Ihre Produkte oder Prozesse die gesetzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Sie ist häufig Voraussetzung für die Vermarktung von Biomethan als Kraftstoff, für die Inanspruchnahme von Förderprogrammen sowie für die Anrechnung auf nationale Treibhausgasminderungsquoten.
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Ein Gap-Assessment ist eine Vorab-Analyse, bei der wir den aktuellen Stand Ihres Unternehmens mit den Anforderungen des jeweiligen Zertifizierungssystems abgleichen. So werden Lücken frühzeitig identifiziert und gezielt geschlossen – bevor das offizielle Audit stattfindet.
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Die Dauer hängt von der Ausgangssituation Ihres Unternehmens, dem gewählten Zertifizierungssystem und der Zertifizierungsstelle ab. Erfahrungsgemäß sollten Sie für eine Erstzertifizierung drei bis sechs Monate einplanen. Wir sorgen durch strukturierte Vorbereitung dafür, dass der Prozess so effizient wie möglich verläuft.
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Wir begleiten Sie auch bei der jährlichen Überwachung sowie der Rezertifizierung – inklusive Dokumentationspflege, Vorbereitung auf Folgeaudits und laufender Kommunikation mit der Zertifizierungsstelle.
Massenbilanzierungen
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Die Massenbilanzierung ist eine Methode zur Nachverfolgung von Stoffströmen – zum Beispiel von Biomethan innerhalb eines Gasnetzes. Sie stellt sicher, dass die Nachhaltigkeitseigenschaften eines Produkts entlang der Lieferkette dokumentiert und übertragen werden können, ohne dass physische Mengen direkt verfolgt werden müssen.
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Ja. FĂĽr die Vermarktung von Biomethan als Kraftstoff und fĂĽr die Anrechenbarkeit auf die THG-Quote ist eine normkonforme Massenbilanzierung nach den Vorgaben der RED III bzw. der jeweiligen Zertifizierungssysteme verpflichtend.
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Ja. Wir übernehmen die vollständige Einrichtung, Pflege und Dokumentation Ihres Massenbilanzsystems – revisionssicher und jederzeit auditbereit.
Schulungen und Beratung
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Wir bieten praxisnahe Schulungen zu folgenden Themen an:
- Grundlagen und Funktionsweise von Biomethan
- Nachhaltigkeitszertifizierungen (REDcert
², ISCC, SURE) - THG-Bilanzierung und Massenbilanzierung
- Regulatorische Anforderungen (RED III, BImSchG, GEG)
- Interne Audits und Zertifizierungsvorbereitung
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Unsere Schulungen richten sich an Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Energiewirtschaft, Nachhaltigkeit, Compliance und Einkauf – sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fachleute, die ihr Wissen aktualisieren möchten.
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Ja. Neben unseren Standardschulungen beraten wir Unternehmen individuell – etwa bei der Entwicklung einer Biomethan-Strategie, der Optimierung bestehender Prozesse oder der Vorbereitung auf regulatorische Änderungen.
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Zusammenarbeit und Kontakt
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Der Einstieg beginnt mit einem kostenlosen Erstgespräch, in dem wir Ihren Bedarf analysieren und gemeinsam den passenden Leistungsumfang definieren. Anschließend erhalten Sie ein individuelles Angebot. Die operative Zusammenarbeit erfolgt mit festen Ansprechpartnern, klaren Prozessen und transparenter Kommunikation.
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