Biomethan-Vermittlung & -Handel

Auf der Suche nach alternativen, nachhaltigen Energiequellen tut sich Biogas bzw. Biomethan als zukunftsweisender Energieträger hervor. Weil Biogas komplett regional und aus Abfall- und Reststoffen sowie nachwachsenden Rohstoffen produziert werden kann, ist es vor dem Hintergrund der Abhängigkeit von Erdgas-Importen und der Klimakrise ein grüner Gamechanger.

In diesem Artikel werden wir uns mit den Grundlagen des Handels mit Biomethan und Biogas für Produzenten und Abnehmer sowie den aktuellen Preisentwicklungen auf dem Markt für Biogas und Biomethan befassen.

Produktion und Handel von Biogas in Deutschland

Biomethan und Biogas werden aus biogenen Abfällen und Reststoffen gewonnen. In der Landwirtschaft sind dies hauptsächlich nachwachsende pflanzliche Rohstoffe (z.B. Stroh, Energiepflanzen) und tierische Exkremente (Gülle). Der Handel mit dezentral produziertem Biogas fördert also eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft.

Dabei können sich aktuelle Statistiken rund um Biogas sehen lassen: Die Biogasbranche in Deutschland erwartet für das Jahr 2022 einen Umsatz von rund elf Milliarden Euro, verglichen mit 9,9 Milliarden Euro im Jahr 2021. Von den ca. 9.700 Biogasanlagen in Deutschland speisen bisher nur 2,4 % Biomethan ein. Dieser Umstand ist auch auf die EEG-Novelle 2014 zurückzuführen, welche die Mengenziele für die Einspeisung von Biomethan für Biomethan-BHKWs in das Gasnetz gestrichen hat.

In Deutschland werden etwa 12,2% des erneuerbaren Stroms und fast 10% der erneuerbaren Wärme durch Biogas erzeugt. Im Jahr 2021 stammte nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft etwa 54% der erneuerbaren Energie aus Biomasse. Aktuell gibt es in Deutschland etwa 9.700 Biogasanlagen, die eine elektrische Leistung von mehr als 5.600 Megawatt haben und somit ausreichend Strom für mehr als 9 Millionen Haushalte liefern. Es gibt noch erhebliche Potenziale bei der Nutzung von Gülle und Mist für die Biogaserzeugung, von denen derzeit ca. ein Drittel genutzt wird. Experten schätzen, dass mit zusätzlichem Aufwand ein weiteres Drittel für den Handel erschlossen werden kann.

Anlaufstellen für den Bezug von Biogas

Biogas und Biomethan – was ist der Unterschied?

Umgangssprachlich wird Biogas oder Biomethan synonym verwendet. Der Hauptunterschied zwischen Biogas und Biomethan besteht in der Reinheit. Das Biogas auch genannt als Roh-Biogas hat einen niedrigeren Anteil des als Energieträger nutzbaren Methans. Biogas kommt aus der Biogasanlage als ein Gasgemisch, das hauptsächlich aus Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2) besteht. Dieses Gas kann noch nicht einfach gehandelt werden, da es sich nicht 1:1 in das Gasnetz einspeisen lässt.

Das in der Biogasanlage erzeugte Biogas wird dann für den Handel aufbereitet. Kohlendioxid und andere Verunreinigungen werden entfernt. Das resultierende Gas im Handel besteht hauptsächlich aus Methan und ist damit fast rein. Biomethan wird auch Bioerdgas genannt, da es eine regenerative Variante des fossilen Energieträgers Erdgas darstellt. Der Verkauf und der Handel von Biomethan sind somit gerade in jüngster Zeit deutlich interessanter geworden. Biomethan kann genau wie Erdgas gehandelt und verwendet werden. Es wird direkt in das Gasnetz eingespeist – vorausgesetzt das Bioerdgas hat die Qualitätsnorm EN 1555 erreicht.

Handel mit Biogas und Biomethan – eine lukrative Option

Der Handel mit Biogas und Biomethan kann eine lukrative Option für Unternehmen und Investoren sein. Die Nachfrage von Kraftstoffen und Energie aus nachhaltigen Quellen steigt und damit auch die Nachfrage nach Biogas und Biomethan. Das Marktvolumen wächst stetig und die Preise steigen. Unternehmen, die in die Produktion und den Handel mit Biogas und Biomethan investieren, können von dieser wachsenden Nachfrage profitieren. Und auch Abnehmer können durch die Reduktion von Emissionen mit zugekauften Biomethan gesetzliche Anforderungen erfüllen. Damit entgehen Sie aktiv teuren Strafzahlungen oder reduzieren Ihre CO2-Steuer, die übrigens auch für andere Treibhausgase gilt.

Die Vorzüge von Biomethan in der Nutzung sind unter anderem, dass es sauber verbrennt und nahezu CO2-neutral ist. Weil ein Kilogramm Biomethan fast anderthalbmal so viel Energie liefert wie ein Liter Benzin, ist Gas als Treibstoff auch weiterhin günstiger als Benzin. So profitieren Verkehrsteilnehmer und die Umwelt gleich mit!

Vergleich der Preise im Handel für Biogas und Biomethan

Die Preise für Biogas und Biomethan auf dem Markt bzw. “im Handel” hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der biogenen Abfälle, der Herstellungstechnologie und der Verwendung des Gases. Im Allgemeinen wird Biomethan jedoch teurer als Biogas gehandelt, da Biomethan in seiner Zusammensetzung reiner und damit leichter zu nutzen ist. Die Preisentwicklung von Biogas und Biomethan ist in den letzten Jahren jedoch ähnlich verlaufen, wobei die Preise in beiden Fällen gestiegen sind. Die erhöhte Nachfrage für Erdgas auf dem europäischen Markt hat selbstverständlich auch die Preise für Biomethan in die Höhe angehoben.

Aktuelle Biomethan Preisentwicklung

Aktuelle Biomethan Preisentwicklung

Die THG-Quote bestimmt den Handel mit Biomethan

Der Handel mit Biomethan wird immer wichtiger, ganz gleich ob zur Verstromung, auf dem Wärmemarkt oder in der Nutzung von Biogas als Kraftstoff. Produzenten von Biomethan profitieren von der Möglichkeit, über den Handel mit CO2-Zertifikaten zusätzliche Einnahmen zu generieren. Insbesondere Betreiber von Biogasanlagen, deren EEG-Förderung ausläuft, können so ihre Biogasanlagen rentabel weiter betreiben.

Mineralölunternehmen erhalten über die THG-Quote (Treibhausgas-Minderungsquote) die Möglichkeit, ihre gesetzlich geregelte Biokraftstoffquote mit zugekauftem Biomethan zu erfüllen. Neben der Vermeidung von Pönalen investieren sie so in die Zukunft unseres Planeten und ein sauberes Image.

Warum Biomethan gerne als Grüner Treibstoff gehandelt wird

Mineralölunternehmen, die verpflichtet sind, eine bestimmte Menge an Biokraftstoffen zu verwenden, haben verschiedene Möglichkeiten, diese Vorgabe zu erfüllen. Es ist wirtschaftlicher, Biokraftstoffe zu verwenden, als eine Strafzahlung zu leisten, wenn die Quote nicht erreicht wird. In der Praxis werden die Quoten nicht zum vollen Wert der Strafzahlung gehandelt. Stattdessen entscheidet die Wettbewerbsfähigkeit der Biokraftstoffe wie Biomethan über ihren Preis im Handel. Verkauft ein Biomethan-Hersteller seine Quote, tritt er in Konkurrenz zu anderen Herstellern und Händlern von Biodiesel oder Bioethanol. In den letzten Jahren lag der Preis mit Biokraftstoff-Quoten zwischen 300 und 450 €/t CO2-Äquivalenten. Diese Einnahmen durch den Handel sind notwendig, um Biomethan auf Basis von Bioabfällen wirtschaftlich herstellen zu können, da sich der Wert von Biomethan am Preis für fossiles Erdgas orientiert. Die Herstellungskosten für Biomethan aus Bioabfällen liegen zwischen 6 und 9 Cent pro Kilowattstunde und durch den Handel mit Biomethan sowie der Quote wird die Herstellung erst richtig rentabel.

Warum Biomethan gerne als Grüner Treibstoff gehandelt wird

Biogas-Handel hat ein enormes Wachstumspotenzial

Der Transport- und Energiesektor ist zunehmend im Zugzwang, mehr regenerative Energien zu nutzen. So wird die Bedeutung des Handels mit Biogas und Biomethan absehbar noch zunehmen. Bei einem Wachstum über 10% im Jahr 2022 bietet sich jedoch noch viel ungenutztes Potenzial. Nicht nur, dass in Deutschland bis 2030 über die Hälfte der bestehenden Biogasanlagen nicht mehr nach dem EEG gefördert werden. Eine Steigerung um ein Drittel in der Gülleverwertung ist laut Experten realistisch. Dafür müssen für die Produktion und den Handel mit Biogas ausreichend Anreize gesetzt sein.

Durch die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Energiequellen bietet der Handel mit Biogas und Biomethan interessante Möglichkeiten. Unabhängig von staatlicher Förderung lohnt sich der Einstieg in die Produktion und den Handel von Biogas- wir bewegen uns hier in einem stark wachsenden Zukunftsmarkt.

Eigenes Biomethan in den Handel bringen

Eigenes Biomethan in den Handel bringen

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