Bioenergie - Lexikon

Was ist Biogas? Wie wird daraus ein Biokraftstoff? Und wie kann flüssiges biogenes CO2 bei der Produktion von Tomaten helfen?

Im agriportance Bioenergie-Lexikon werden Begriffe und Sachverhalte rund um das Thema Bioenergie verständlich erklärt.

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A

Ein abgelaufenes Zertifikat bezeichnet ein Zertifikat, das keine Gültigkeit mehr hat. Grundsätzlich sind die Nachhaltigkeitszertifikate nur 1 Jahr gültig.

Abseparierte Feststoffe sind wie Festmist anzusehen. Diese können z.B. auf einer Mistplatte gesammelt werden.

Die Acetogenese ist die dritte Stufe der anaeroben Vergärung. Konkret: Abbau kurzkettiger Fettsäuren, Essigsäure, CO2 und Wasserstoff unter CO2-Bildung.

Die Ackerbohne ist eine einjährige, eiweißreiche Leguminose (Schmetterlingsblütler). Die Ackerbohne wird begrenzt in Futterrationen eingesetzt, da sie Gerbstoffe enthält, welche bei der Pansenfermentation Probleme bereitet. Zusätzlich mindern die Gerbstoffe die Futteraufnahme.

Ackerbohnen grün haben eine Biogasausbeute von 82,7 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von 55 %. Ackerbohnen Körner haben eine Biogasausbeute von 582,1 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von 56,1 % und  Ackerbohnen GPSilage haben eine Biogasausbeute von 196,8 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von 54,6%. 

Altbrot (in Deutschland auch: Rückbrot) ist Brot, das am Ende eines Verkaufstags in Bäckereien und im Handel übrig bleibt. Demnach wird es als Nahrungsmittel aussortiert bzw. dessen Haltbarkeitsdatum ist überschritten. Bei dem Altbrot muss dann zwischen verzehrfähigem und verdorbenem Brot unterschieden werden.

Es wird teilweise als Tierfutter verwendet oder durch alkoholische Gärung zu Biotreibstoff verarbeitet. Seit Ende 2006 ist auch in Deutschland die Verfütterung von Küchen- und Speiseresten an Nutztiere verboten (EU-Richtlinie 1774/2002).

Die Anaerobe Vergärung ist ein biotechnologischer Prozess, welcher unter Luftausschluss (atmosphärischer Sauerstoff) stattfindet. Ziel ist der Abbau organischer Materie.

Ein annerkanntes freiwilliges System ist definiert gemäß Artikel 30 Absatz 4 der Richtlinie (EU) 2018/2001 anerkanntes freiwilliges System.

Apfeltrester sind die Pressrückstände (Trester) bei der Herstellung von Apfelsaft. Apfeltrester werden häufig als Raufutterersatz zur Fütterung von Milchkühen und anderen Nutztieren verwendet, da es ein ballaststoff- und rohfaserreiches Frischfutter ist. Des Weiteren sind Trester energetisch wertvoll und eignen sich für die Energiegewinnung mittels Biogasanlagen oder als Trester-Pellets, die als Brennstoff dienen können

Ein ausgesetztes Zertifikat ist ein Zertifikat, das aufgrund der von der Zertifizierungsstelle festgestellten Probleme bei der Einhaltung oder auf freiwilligen Antrag des Wirtschaftsteilnehmers vorübergehend für ungültig erklärt wurde.

B

Bagasse bezeichnet man die faserigen, gemahlenen Überreste, die bei der Zuckerfabrikation nach dem Auspressen von Zuckerrohr oder bei der Gewinnung von Sirup aus Zuckerhirse zurückbleiben. Bagasse ist als ein Nebenprodukt zu bezeichnen und kann einer vielseitigen Weiterverwendung zugeführt werden. Die Bagasse kann in der Chemie, Industrie und Viehzucht verwendet werden.

Baumwollextraktionsschrot entsteht bei der Ölgewinnung aus Baumwollsamen. Die Baumwollsamen werden zum Teil ungeschält, aber auch teilweise oder komplett geschält verarbeitet.  Hiervon werden auch der Rohfasergehalt und die Konzentration der übrigen Nährstoffe beeinflusst. Es wird begrenzend in der Tierernährung eingesetzt.

Frische Bierhefe ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Herstellung von Bier anfällt. Im Wesentlichen besteht es aus den Zellen von lebenden, nicht abgetöteten Hefestämmen. Bierhefe ist kein gebräuchliches Futtermittel sondern gelangt vorwiegend in den Humanbereich. In der Tierernährung wird Bierhefe allenfalls als Wirkstoffträger bei Schweinen und Geflügel eingesetzt.

Bierhefe fällt bei der Bierherstellung als Nebenprodukt an. Sie wird meist getrocknet, obwohl sie auch frisch verfüttert werden kann. Bei der Trocknung werden die Hefezellen abgetötet. Getrocknete Bierhefe hat einen hohen ernährungsphysiologischen Wert.

Biertreber fällt bei der Bierherstellung beim Abtrennen der Würze von der Maische als Rückstand an. Grundsätzlich enthält Biertreber ungelöst gebliebenen Bestandteile des Malzes: Spelzen, Schalen, nicht zu Zucker abgebaute Polysaccharide, fast das gesamte Fett sowie etwa 70% des Rohproteins des Ausgangsproduktes.

Biertreber wird vor allem beim Wiederkäuer in der Tierernährung eingesetzt. Biertreber gilt als Abfälle aus der Getränkeherstellung. Demnach gilt für Biertreber, dass es als Abfall- und Reststoffe auf die Treibhausgasquote gemäß § 37 a Abs. 4 des BImSchG anrechenbar sein kann, wenn es nicht als Futtermittel eingesetzt werden kann.

Bioabfälle sind Abfälle zur Verwertung tierischen oder pflanzlichen Ursprungs oder aus Pilzmaterialien, die durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden können. Dies schließt Abfälle zur Verwertung mit hohem organischen Anteil tierischen oder pflanzlichen Ursprungs oder an Pilzmaterialien ein.

Was ist Biomethan?

Biomethan ist ist ein gasförmiger Brennstoff. Chemisch entspricht er dem Molekül Methan. Biomethan wird aus Biomasse gewonnen. Deswegen ist es im Gegensatz zu fossilem Methan nachhaltig. Ein Beispiel ist die Herstellung von Biomethan aus Stroh. Stroh wird von Mikroorganismen zersetzt. Dabei entsteht Biogas. In diesem ist Biomethan enthalten.  Dieses wird daraus extrahiert. Biomethan kann aus sämtlicher Biomasse produziert werden. Weiterlesen

Biomasse ist das wertvollste Gut auf dieser Erde. Sie ist der Grundstoff allen Lebens. Der Mensch benötigt sie zum Atmen (Sauerstoff), zur Ernährung und zur Energiegewinnung. Sie schützt zudem Böden, filtert und speichert Wasser. Die Biomasse ist für den Menschen ein wichtiger Rohstoff, aus dem grundlegende Produkte wie beispielsweise Papier und Kleidung (Flachs, Hanf) gewonnen werden. Außerdem lässt sich aus Biomasse Bioenergie gewinnen. Diese kann beispielsweise als Treibstoff oder für die Stromversorgung genutzt werden.
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Was ist Biogas?

Biogas ist ein Gasgemisch. Es besteht hauptsächlich aus Methan (50-65%) und CO2 (49-34%). Weitere flüchtige Bestandteile sind Schwefelwasserstoff, Wasserdampf, Sauerstoff und Wasserstoff. Hergestellt wird es aus Biomasse, die von Mikroorganismen zersetzt wird. Biogas wird als Brennstoff genutzt, da es Methan als energiereiches Molekül enthält. Weiterlesen

Was ist biogener Kohlenstoff / biogenes CO2?

Biogenes CO2 ist Kohlenstoffdioxid, welches im Gegensatz zu fossilem CO2 aus nachhaltigen Quellen gewonnen wurde. Chemisch gleicht biogenes CO2 dem fossilen CO2. Es besteht aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen. Bei gewohnten Bedingungen ist es ein farbloses, geruchsloses, nicht brennbares und saures Gas. Aufgrund der guten Löslichkeit in Wasser wird CO2 auch als Kohlensäure bezeichnet. Weiterlesen

Das Kürzel ‚CNG‘ (Compressed Natural Gas)  ist nicht nur unter Fachleuten bekannt. Es ist die europaweit einheitliche Bezeichnung für umwelt- und klimaschonendes Gas. Es wird auch als Erd- oder Autogas bezeichnet. Seit etlichen Jahrzehnten wird es vorwiegend als alternative Kraftstoffquelle in PKW eingesetzt. Auch wenn es klimaschonender ist als herkömmliches Benzin oder Diesel, ist es Erdgas und stammt somit aus fossilen Quellen. Bei seiner Verbrennung wird nicht nur ein nennenswerter CO2-Anteil in die Luft emittiert, auch Kohlenmonoxid (CO) sowie Stickoxide (NOx) und Feinstaub gelangen in die Umwelt. Seit ein paar Jahren bieten nun Gastankstellen, nicht nur in Deutschland, zunehmend sogenanntes ‚Bio-CNG‘ an. Weiterlesen

Die Biomasseverordnung (Abkürzung: BiomasseV) dient der Klarstellung, welche Materialien als Biomasse im Sinne des EEG einzuordnen sind, und entsprechend unter das beschriebene Fördersystem fallen.

Blockheizkraftwerke (BHKWs) sind kombinierte Wärme- und Energie-Erzeugungsanlagen, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip arbeiten. Die Besonderheit dieses Prinzips besteht darin, dass es in einem Arbeitsprozess Strom (elektrische Energie) und Wärme (thermische Energie) produziert. Dabei wird die anfallende Nutzwärme ausgekoppelt, die man sonst einfach in die Umwelt abgeführt hat. Diese Nutzwärme kann zunächst in einem Zwischenspeicher (Pufferspeicher) aufgefangen werden, um sie dann später für Heizzwecke (z. B. Nahwärmekonzepte) oder als Prozesswärme (z. B. für Fermenter in Biogas-Anlagen) einzusetzen. Entscheidender Vorteil: ein deutlich erhöhter Nutzungsgrad von 90 % gegenüber herkömmlichen Systemen (z.B. 33-40 % bei Kohlekraftwerken), die Energie und Wärme (thermische Energie) auf getrenntem Weg erzeugen.  Weiterlesen

Was ist Bioenergie? 

Bioenergie ist eine Energieform aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Es handelt sich um einen Oberbegriff für eine Vielzahl energetischer Technologien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien Eine Teilmenge der erneuerbaren Energien – rund zwanzig Prozent – entfällt auf die Bioenergie. Man nennt sie Bioenergie, weil aus Biomasse Energie erzeugt wird.   Weiterlesen

Der Brennwert (Synonym: “oberer Heizwert”) gibt die Energie an, die bei vollständiger Verbrennung und anschließender Rückkühlung auf die Bezugstemperatur frei wird.Der Brennwert unterscheidet sich zum Heizwert, da im Brennwert die Kondensationswärme enthalten ist. Die Angabe erfolgt in Kilowattstunden (kWh) pro Kubikmeter (m3). Der Brennwert des bezogenen Gases wird normalerweise auf der Abrechnung angegeben. Grundsätzlich ist die Höhe des Brennwertes von der jeweiligen Gas-Zusammensetzung abhängig. Butan und Propan haben einen deutlich höheren Brennwert als Methan, welches jedoch oftmals den Hauptbestandteil von Gas ausmacht.

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (Abkürzung: BImSchG) ist das Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Es enthält u.a. die Verordnung zur Durchführung der Regelungen der Biokraftstoffquote.

C

Kurzform für Kohlenstoffdioxid.

Vergärung von Substraten, welche nicht den Hauptanteil des Substrats der Biogasanlage ausmachen. Üblicherweise werden organische Haushaltsabfälle mit Festmist oder Klärschlamm vergoren.

Kurzform für Kohlenstoffdioxid.

D

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 EnergieStG fallen unter Dieselkraftstoffen Gasöle der UPos 2710 1943 bis 2710 1948 und 2710 20 11 bis 2710 20 19 der KN, aber:

  • keine Schiffsbetriebsstoffe, wenn nach § 27 EnergieStG steuerbefreit,
  • keine gekennzeichneten Gasöle, wenn nach § 2 Abs. 3 Nr. 1 EnergieStG versteuert (Heizstoffe, Kraftstoffe für begünstigte Anlagen).

 

Diese Verordnung regelt das Inverkehrbringen von Düngemitteln und setzt hierfür voraus, dass die einzusetzenden Materialien einem Düngelmitteltyp entsprechen müssen. Dies gilt auch für aus Bioabfällen entstandene Sekundärrohstoffdünger.

E

Ein Einsatzstoff ist ein für die Vergärung vorgesehenes Rohmaterial.

Energiepflanze sind Biomasse, die zum Zwecke der Energiegewinnung angebaut und verwendet werden. Dies beinhaltet landwirtschaftliche Rohstoffe wie Mais, Rüben, Gras, Hirse oder grünen Roggen. Energiepflanzen werden vor der Verwendung siliert.

Das Energiestuergesetz (EnergieStG) ist ein Gesetz zu Steuer-Bestimmungen für Kohle und Erdgas sowie für Energieerzeugnissen außer Kohle und Erdgas. Konkret regelt das Verbrauchersteuergesetz die Besteuerung aller Energiearten. Demnach umfasst es sowohl alle Energiearten fossiler Herkunft als auch nachwachsender Energieerzeugnisse sowie synthetischer Kohlenwasserstoffe aus Biomasse als Heiz- oder Kraftstoff in der Bundesrepublik Deutschland.

Erdgas H stammt aus der Nordsee und den Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS-Staaten): Durch den hohen Anteil von Propan und Butan hat dieses Gas einen Brennwert zwischen 10 und 12.

Erdgas L stammt aus den Niederlanden und Norddeutschland: Durch den hohen Anteil an Intergasen hat L-Gas einen relativ geringen Brennwert zwischen 8 und 10.

Erdnuss-Extraktionsschrot fällt als Nebenprodukt bei der Ölgewinnung durch Extraktion aus enthülsten Erdnüssen an.

Erdnussextr.schrot entschälthat hat eine Biogasausbeute von 549,0 Nm³ / t FM und einen Methangehalt von 62,7 %.Erdnussextr.schrot teilentsch. hat eine Biogasausbeute von 538,0 Nm³ / t FM und einen Methangehalt von 62,6%.

Wofür steht die Abkürzung EEG? 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (Abkürzung EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Das EEG ist seit April 2000 Inkraft getreten.

Der Ersterfassungspunkt entlang der Biomethanwertschöpfungskette ist eine Speicher- oder Verarbeitungsanlage, die direkt von einem Wirtschaftsteilnehmer oder einem anderen Vertragspartner im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung verwaltet wird und die Rohstoffe direkt von Erzeugern von landwirtschaftlicher Biomasse, forstwirtschaftlicher Biomasse, Abfällen und Reststoffen oder – im Falle erneuerbarer Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs – der Anlage bezieht, die solche Brennstoffe herstellt.

F

Bei Festmist handelt es sich um tierische Exkremente, üblicherweise gemischt mit Stroh oder anderem Einstreumaterialien.

Fermenter sind Gärbehälter, die gasdicht und zudem beheizt sind. In diesen Gärbehältern werden täglich frische Substrate wie Mist, Gras, Mais etc. gefahren. Die Substrate werden im Gärbehälter bei möglichst optimalen Bedingungen zur Fermentierung/Gärung gebracht. Daraus resultiert die Biogaserzeugung.

Nicht-pumpbare Materialien,  wie z.B. Mist können per Feststoffeintrag direkt in den Fermenter eingebracht werden.

Ein freiwilliges System bezeichnet eine Organisation, die zertifiziert, dass die Wirtschaftsteilnehmer die Kriterien und Vorschriften der Richtlinie (EU) 2018/2001 und der Delegierten Verordnung (EU) 2019/807 einhalten, einschließlich – ohne hierauf beschränkt zu sein – der Nachhaltigkeitskriterien und der Kriterien für Treibhausgaseinsparungen.

Futterrüben gelten als sehr ertragsreiche und ertragssichere Futterpflanzen. Von Milchkühen werden sie gern gefressen. Zudem wirken Futterrüben milchstimulierend. Die Futterrübe ist aufgrund ihres hohen Massezuwachs sehr gut als NawaRo für die Biogas-Produktion. Aber: Futterrübenanbau in Deutschland geht aufgrund der Probleme bei der Futtervorlage stark zurück.

G

Der Betrieb von Biogasanlagen hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Seit sie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2000) und durch dessen Novellierung (EEG 2004) gefördert werden, kann man durchaus von einem Boom sprechen. Weiterlesen

Ganzpflanzensilage (Abkürzung GPS) wird oftmals aus Getreidepflanzen wie Weizen, Triticale, Gerste etc. hergestellt, welche sich in der “Teigreife” befinden. Die ganze, sich in der teigreife befindende Pflanze wird gehäckselt (kleingeschnitten), aufgeschüttet, verdichtet und unter Ausschluss von Luft mittels Folien die darüber ausgebreitet und beschwert werden, gelagert. Dann wird von Ganzpflanzensilage gesprochen.

Gärrestlager sind Behälter, die meist gasdicht sind. Sie werden oftmals nicht beheizt werden. In den Gärrestlagern lagert das ausgegorene Material der Biogasanlage bis zur Ausbringung als Dünger auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Geflügelmist ist ein nährstoffreicher Wirtschaftsdünger aus der Geflügelhaltung mit Einstreu.

Gerste ist ein nachwachsender Rohstoff. Gerste ist als Nahrungsmittel sowie für die Nutztierfütterung sehr ideal. In der Nutztierfünterung ist es hoch verdaulich, sehr bekömmlich und somit unbegrenzt einsetzbar ist. Eingesetzt im Kraftstoffsektor ist Biomethan aus Gerste konventionell.

Grassillage sind nachwachsende Rohsttoffe von der Ackernutzung oder Gras von Dauergrünflächen. Diese Silagen sind nur bedingt für die Biogas Produktion geeignet. Es gibt Biogasanlage-Betreiber, die Grassilage z. B. mit den Mais und Gülle vermengen und damit gute Resultate erzielen. Der technische Aufwand, Grassilage richtig für die Vorgrube einer Biogasanlage aufzubereiten ist jedoch groß.

Als Grünroggen oder Grünschnittroggen werden Winterroggensorten (Secale cereale) bezeichnet, die sich besonders für den Winterzwischenfruchtanbau eignen. Grünroggen unterscheidet sich von herkömmlichen Roggensorten durch ein früher einsetzendes Massenwachstum, eine größere Wuchslänge, geringere Standfestigkeit und einen niedrigeren Kornertrag.

Gülle ist kein natürliches Ausscheidungsprodukt der Tiere. Gülle entsteht während des Produktionsprozesses durch Vermischung der Komponenten:  Kot, Harn, Futterreste und Wasser.

Diese Komponenten treten oberhalb des Spaltenbodens selbständig auf und werden erst unterhalb des Spaltenbodens zur Gülle. Demnach entsteht Gülle in Rinder- und Schweineställen mit einstreuloser Haltung als Abfallprodukt des Produktionsprozesses.

Der Güllebonus ist eine politische Maßnahme zur Förderung von Biogasanalagen. Der Bonus wurde mit der Novelle des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien im Jahre 2009 erstmals eingeführt. Der Güllebonus zielt darauf ab Biogasanlagen, deren Substratmischung zu mindestens 30 % aus Gülle, also tierischen Exkrementen, besteht zu fördern.

Sieb- und/oder Press, auch Zentrifugalverfahren bzw. deren Kombinationen. Dadurch wird eine Trennung in Feststoff und Gülleflüssigkeit vorgenommen. Vorteil: Volumenreduzierung der anfallenden Rohgülle und einen Feststoff, der viele Närstoffe enthält.

H

Haferfuttermehl ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Verarbeitung des gereinigten, entspelzten Hafers zu Hafergrütze und Mehl anfällt. Es besteht überwiegend aus Haferkleie und einem geringeren Anteil an Mehlkörper.

Haferschälkleie ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Verarbeitung von gereinigtem Hafer zu Haferkernen anfällt. Es besteht überwiegend aus Teilen der Schale und aus Kleie.

Der Heizwert (Synonym: unterer Heizwert) gibt die Energie an, die bei vollständiger Verbrennung und anschließender Rückkühlung auf die Bezugstemperatur frei wird. Die Kondensationswärme ist beim Heizwert im Gegensatz zum Brennwert nicht enthalten. Die Maßeinheit für den Heizwert ist Kilowattstunden (kWh) pro Kubikmeter. Der Heizwert sagt grundsätzlich nichts über die Verbrennungsgeschwindigkeit aus.

Hirse ist für viele Landwirte eine interessante Ergänzung in der Fruchtfolge. Hirse ist hinsichtlich des Energieertrags je Hektar ähnlich leistungsfähig wie Silomais. Darüber hinaus hat Hirse eine kürzere Vegetationszeit. Deshalb ist es die ideale Kultur als Zweitfrucht nach Wintertriticale oder Grünschnittroggen, die Mitte Mai ebenfalls für die Biogasanlagen genutzt werden.

Hühnertrockenkot (Abkürzung HKT) ist ein nährstoffreicher Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft ohne Einstreu. Es kommt immer mehr als Co-Substrat in Biogasanlagen zum Einsatz. Voraussetzung für den Einsatz ist: Die Biogasanlage verfügt über eine Genehmigung für den Einsatz! Grund: Verwertung tierischer Nebenprodukte in einer Biogasanlage beinhalten besondere Anforderungen.

I

Immissionen sind Umwelteinwirkungen wie u.a. Luftverunreinigungen, Strahlung, Wärme, Licht, Geräusche sowie Erschütterungen, die auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachen einwirken.

Um diese Einwirkungen so gering wie möglich zu halten, wurde das Bundesimmissionsschutzgesetz erlassen.

J

Jauche enthält in der Regel den Sickersaft des Stallmiststapels und Wasser verschiedener Herkunft.

K

Zur Herstellung von Kartoffelflocken werden die rohen Kartoffeln gewaschen, dann gedämpft, gequetscht und auf Walzen getrocknet. Kartoffelflocken sind nicht zu verwechseln mit Kartoffelmehl, das aus getrockneten rohen Kartoffeln besteht.

Kartoffelflocken enthalten vor allem Stärke (~60 % der TS), die durch das Dämpfen aufgeschlossen (verkleistert) ist. Sie sind protein- und fettarm, wobei das Protein sehr hochwertig ist.

Die Herstellung von Kartoffelflocken ist ein aufwändiger Prozess. Sie erfolgt in erster Linie zur Verwertung überschüssiger Speisekartoffeln.

Kartoffelpresspülpe ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Stärkegewinnung aus Kartoffeln anfällt. Sie ist  Protein- und Fettarm, enthält aber noch sehr viel Stärke bzw. Energie. Der TM-Gehalt der abgepressten Pülpe liegt bei ca 18-20%. Die Presspülpe weist eine sehr hohe Verdaulichkeit auf. Die organische Substanz kann vom Schwein zu 80% und von Kühen sogar zu 88-90% verdaut und umgesetzt werden.

Kartoffelschälabfälle fallen bei mechanischer Schälung von Kartoffeln an. Kartoffelschälabfälle haben sehr unterschiedlichen Qualitäten je nach Schälverfahren.

Bei Kartoffelschlempe handelt es sich um ein Nebenprodukte der Brennerei. Außer der in Zucker bzw. Alkohol umgewandelten Stärke gehen beim Brennereiprozess keine Nährstoffe verloren. Schlempen sind deshalb ausgesprochen eiweißreiche Futtermittel. Früher schrieb ein deutsches Gesetz über das Branntweinmonopol vor, dass in landwirtschaftlichen Brennereien anfallende Kartoffelschlempe restlos an das eigene Vieh verfüttert werden muss. Dies wurde allerdings in den letzten Jahren aufgehoben. Seither wird Schlempe auch als Düngemittel auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht.

Eine Kilowattstunde (Abkürzung: kWh) ist eine gebräuchliche Einheit zur Messung von Energie. Grundsätzlich hat Energie die Fähigkeit, physikalische Arbeit zu verrichten wie z.B. eine Lampe zum Glühen zu bringen oder einen Motor zu drehen. Es gilt aber: Arbeit ist gleich Leistung mal Zeit kWh = kW * h Kilowattstunde ist aber nicht die Grundeinheit für Energie. Dies ist das Joule (J). 3.600 kJ= 1 kWh.

Klärschlamm ist eine schlammähnliche Masse, Ablagerung oder ein Sediment. Klärschlamm wird durch Prozesse der Wasser- und Abwasserbehandlung produziert.

Kompostrohstoffe – hier in Form von getrennt erfasstem Bioabfall sowie Grünschnitt – gelten als Biomasse gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 BiomasseV, wenn die der Kompostierung zugeführten Einsatzstoffe dem Bioabfallbegriff des § 2 Nr. 1 Bioabfallverordnung (BioAbfV vom 21. September 1998) entsprechen. Dies trifft grundsätzlich für Bioabfälle aus der getrennten Sammlung zu. Dies gilt auch für Folge- und Nebenprodukte aus der Kompostierung, wenn ausschließlich Bioabfälle gemäß Anhang I BioAbfV, oder die im Übrigen zugelassenen Materialien gemäß § 2 BiomasseV eingesetzt werden.

Unter „Küchen und Speiseabfälle“ werden in der EG-Hygiene-Verordnung (VO (EG) Nr.1774/2002 Anhang I Nr. 15) alle aus Restaurants, Catering-Einrichtungen und Küchen einschließlich Groß- und Haushaltsküchen stammenden Speisereste definiert. Aus Haushaltsküchen stammende Küchen- und Speisereste sind von der Betrachtung ausgeschlossen. Hier wird davon ausgegangen, dass diese Art der Speisereste größtenteils mit der Biotonne einer Verwertung zugeführt oder aber über die Restmülltonne entsorgt werden.

L

Leinenextraktionsschrot

Eiweißreichen Nebenerzeugnis, das bei der Ölgewinnung durch Extraktion bzw. Pressen aus Leinsamen anfällt. Leinextraktionsschrot ist proteinreich und relativ faserreich. Das Protein ist gut verdaulich und hat eine Diätwirkung. Diese Diätwirkung beruht auf dem Gehalt an Schleimstoffen und ungesättigten Fettsäuren. Es wird daber bevorzugt als Tierfutter eingesetzt.

Leinenkuchen

Bei Leinenkuchen handelt sich  um die nach der Pressung der Ölsaat verbleibenden Feststoffe inklusive dem nicht ausgepressten Ölanteil. Leinkuchen ist protein- und relativ faserreich. Es wird in der Tierernährung eingesetzt.

LNG und Bio-LNG

Aufgrund der momentanen Energiekrise ist das Begriffs-Kürzel LNG in den Medien immer wieder zu hören und zu lesen. LNG bedeutet „Liquified Natural Gas“. Es ist nichts anderes als Erdgas, das man traditionell aus fossilen Quellen gewinnt und verflüssigt. Bio-LNG hingegen ist aufbereitetes flüssiges Biogas bzw. reines Biomethan (CH4), das man aus erneuerbaren Quellen gewonnen hat. Beides besteht aus Methan unterschiedlicher Qualität. Weiterlesen

M

Eine Massenbilanz stellt biobasierte Rohstoffe, die am Anfang in die Produktion eingespeist werden, rechnerisch den Endprodukten gegenüber und ordnet diese den Endprodukten zu. Dieses kalkulatorische Prinzip bietet Vorteile: Treibhausgasemissionen werden reduziert und fossile Rohstoffe eingespart, während Produktqualität und -eigenschaften gleichbleiben.

Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer und als Substrat für die Biogaserzeugung eingesetzt wird. Die Ernte und Konservierung von Energiemais zur Verwendung in Biogasanlagen ist weitgehend identisch mit dem Verfahren für Futtersilage.Maissilage gilt bei Einsatz in der Biogasanlage als nachwachsender Rohstoff.

Eine Megawattstunde (Abkürzung: MWh) ist eine Maßeinheit für Energieerzeugung und -verbrauch. Eine MWh entspricht 1.000 Kilowattstunden (kWh) und 1.000.000 Wattstunden (Wh).

Auf Rechnungen oder Stromzählern wird meist der Begriff kWh verwendet. Deswegen begegnet uns die Maßeinheit Megawattstunde im Alltag eher selten.

Melasse ist ein  Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion. Es ist ein honigartiger dunkelbrauner Zuckersirup. Hauptbestandteile sind verschiedene Zuckerarten, die ca. 50 % der TS ausmachen sowie wasserlösliche Nicht-Zuckerstoffe der Zuckerrübe.

 Melasse ist ein Energiefuttermittel. Ihre Verwendung im Futter erfolgt neben dem Nährwert auch aufgrund anderer Eigenschaften: Staubbindung, Pelletierhilfsmittel, ev. Schmackhaftigkeit. Der hohe Wassergehalt und die klebrige Beschaffenheit begrenzen den Mengenanteil.

Nach der Entzuckerung der Rüben bleibt das “Rübenmark” in Form von (Trocken-)Schnitzeln übrig. Wenn diese unter Zugabe von Melasse getrocknet werden, entstehen Melasseschnitzel. Sie sind entweder lose oder zu Pellets gepresst erhältlich.

Melasseschnitzel werden in der Tierernährung eingesetzt, da sie besonders schmackhaft sind und die Fresslust anregen. Demnach erhöhenMelasseschnitzel die Futteraufnahme.

Ein Mesophiler Betrieb ist ein biochemischer Abbauprozess (Biosynthese). Der Abbauprozess erfolgt dabei bei einer Temperatur von ca. 30-40°.

Methanschlupf ist das Entweichen von Methan in die Atmosphäre, z. B. bei Biogasanlagen und Gasmotoren. Problem: Methan hat in der Atmosphäre eine sehr starke Treibhausgaswirkung, deswegen müssen Methanemissionen im Sinne des Klimaschutzes so weit wie möglich minimiert werden.

Mist sind tierische Exkremente, üblicherweise gemischt mit Stroh oder anderem Einstreumaterialien.

Molke fällt im Rahmen der Milchverarbeitung zum Großteil als Abfallstoff an – Süßmolke bei der Käseherstellung, Sauermolke bei der Herstellung von Sahne, Quark und Butter.

N

Ein Nachhaltigkeitsnachweis ist eine Erklärung eines Wirtschaftsteilnehmers auf der Grundlage eines von einer Zertifizierungsstelle im Rahmen eines freiwilligen Systems ausgestellten Zertifikats. In dieser Erklärung wird bescheinigt, dass eine bestimmte Menge von Rohstoffen oder Brennstoffen die Nachhaltigkeitskriterien und die Kriterien für Treibhausgaseinsparungen gemäß Artikel 25 Absatz 2 und Artikel 29 der Richtlinie (EU) 2018/2001 erfüllt.

Nachwachsende Rohstoffe (Abkürzung NawaRo, Nawaro oder NR) sind organischen Rohstoffe z.B.: Gras, Mais, Ganzpflanzensilage, die aus Land- und Forstwirtschaftlicher Produktion stammen. Grundlegend ist, dass NawaRos vom Menschen zielgerichtet für weiterführende Anwendungszwecke außerhalb des Nahrungs- und Futterbereiches verwendet werden. Dazu gehört u.a. die Verwendung in der Biogaserzeugung.

Nassschnitzel sind ein Nebenprodukt aus der Zuckerrübenverarbeitung, das vor allem als Futtermittel genutzt wird. Dabei wird unterschieden in Trocken- und Nassschnitzel auf der Basis des Wassergehalts.

Bonus, gemäß § 8 Abs. 2 EEG durch welchen die Mindestvergütungen zusätzlich erhöht werden können, wenn:

  1. der Strom ausschließlich aus Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen, die inlandwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Betrieben oder im Rahmen der Landschaftspflege anfallen und die keiner weiteren als der zur Ernte, Konservierung oder Nutzung in der Biomasseanlage erfolgten Aufbereitung oder Veränderung unterzogen wurden,
  2. Gülle im Sinne der EG-Hygiene-Verordnung bzw. Schlempe aus landwirtschaftlichen Brennereien,
  3. Gemische aus diesen Stoffen gewonnen wird.

Der Netzanschluss ist die technische Anbindung von Erzeugungseinheiten oder Verbraucheranlagen an das Netz der öffentlichen Elektrizitätsversorgung.

O

Der Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) gehört zur Familie der Kohlgewächse (Brassicaceae) und kommt ursprünglich aus wärmeren Gefilden. Der Ölrettich wurde ursprünglich zur Ölgewinnung gezüchtet. Ölrettich, als Energiequelle in Biogasanlagen, werden durch Silierung haltbar gemacht. Dann wird von Ölrettichsilage gesprochen.

Nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 Energiesteuergesetz (EnergieStG) handelt es sich bei Ottokraftsstoffen um Benzin der Unterpositionen (UPos) 2710 1241 bis 2710 1249 der Kombinierten Nomenklatur (KN), aber:

  • kein Flugbenzin (UPos 2710 1231 der KN); § 2 Abs. 1 Nr. 2 EnergieStG, bis zum Verpflichtungsjahr 2025
  • kein Flugturbinenkraftstoff (UPos 2710 1921 der KN); § 2 Abs. 1 Nr. 3 EnergieStG.

 

P

Palmkernextraktionsschrot ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Ölgewinnung durch Extraktion aus den weitestgehend von der Steinschale befreiten Samen der Ölpalme anfällt.

Palmkernextraktionsschrot ist kein hochwertiges Futtermittel, da der Rohproteingehalt mit 20 % niedig ist und die Aminosäurezusammensetzung nur mittelmässig ist. Außerdem hat es eine geringe Verdaulichkeit beim Nichtwiederkäuer aufgrund Reichlich vorhandene Gerüstkohlenhydrate (Hemicellulosen). Es wird in Biogasanlagen eingesetzt.

Pferdemist sind tierische Exkremente von Pferden, die üblicherweise gemischt mit Stroh oder anderem Einstreumaterialien sind.

Primärenergie ist die Energie, die in der Natur direkt vorkommt. Konkret kommt Primärenergie in Trägermedien wie Stein, Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbaren Energiequellen vor.

Eine Produktgruppe sind Rohstoffe, Biokraftstoffe, flüssige Biobrennstoffe, nichtgasförmige Biomasse-Brennstoffe mit ähnlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften und ähnlichen Heizwerten oder gasförmige Biomasse-Brennstoffe sowie LNG mit ähnlichen chemischen Eigenschaften. Für die Gruppen gelten alle dieselben Bestimmungen, die in den Artikeln 7, 26 und 27 der Richtlinie (EU) 2018/2001 für die Bestimmung des Beitrags von Biokraftstoffen, flüssigen Biobrennstoffen und Biomasse-Brennstoffen zur Erreichung der Ziele für erneuerbare Energien festgelegt sind.

Q

Ein Quotenverpflichteter ist ein gewerbsmäßig oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen Inverkehrbringer nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 4 Energiesteuergesetz (EnergieStG) von zu versteuernden Otto- oder Dieselkraftstoffen nach § 37a Abs. 1 Satz 1 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Die Quotenverpflichtung wird ausgelöst durch das Inverkehrbringen folgender Kraftstoffe gemäß § 37a Abs. 1 Satz 1 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG):

  1. Ottokraftstoff nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 Energiesteuergesetz (EnergieStG).
  2. Dieselkraftstoff nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 EnergieStG

Die Quotenverpflichtung resultiert aus der Inverkehrbringung einer Mindestmenge von mindestens 5.000 Litern fossilem Diesel- oder fossilem Ottokraftstoff (bezogen auf das gesamte Verpflichtungsjahr). Bei Invehrkehrbringung einer geringeren Menge, entsteht keine Verpflichtung.

 

R

Rapskuchen ist der bei der Kaltpressung von Rapsöl als Nebenprodukt anfallende feste Pressrückstand. Die Inhaltsstoffe von Rapskuchen, vor allem der Fettgehalt, schwanken deutlich je nach Pressverfahren.

Rapskuchen, 8 % Fett hat eine Biogasausbeute von 532,6 Nm³/t FM und Rapskuchen, kaltgepresst 15 % Fett hat eine Biogasausbeute von ca. 579,2 Nm³/ t FM.

Rapsextraktionsschrot ist ein Nebenprodukt der Ölgewinnung. Hier wird den Rapssamen mit Hilfe von Lösungsmitteln das Öl entzogen. Die heutigen Rapsprodukte können bedenkenlos in der Fütterung verwendet werden.

Rapsextraktionsschrot hat eine Biogasausbeite von ca. 496,1 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von ca. 59,8 %.

Zu den regenerativen Energien zählen Windenergie, Sonnenenergie, Wasserkraft, Geothermie sowie Biomasse. Charakteristisch ist für regenerative Energiequellen, dass diese sich nicht, nicht erschöpfen. Zum Beispiel ist die Sonnenenergie im Unterschied zu fossilen Brennstoffen nicht endlich bzw. unendlich Verfügbar. Regenerative Energien wirken zudem dem Klimawandel entgegen.

 

Glycerin entsteht als Nebenprodukt bei der Umesterung von Fetten im Zuge der Produktion von Biodiesel. Danach enthält Reinglycerin mindestens 99 % Glycerin. Da es flüssig ist, wird es auch als Staubbindemittel eingesetzt. Glycerin darf  nur  für Futterzwecke verwendet werden, wenn es ausschließlich aus pflanzlichen Fetten und Ölen gewonnen wird.

In Biogasanlagen führt die Zufuhr von Rohglycerin zur deutlichen Steigerung der Gasproduktion. Eine kurze Adaptionsphase reicht aus, so dass von den Mikroorganismen im Fermenter schnell zu Methangas und Kohlendioxid umgesetzt wird.

Roggengrießkleie ist ein Nebenerzeugnis der Herstellung von Mehl aus gereinigtem Roggen, das überwiegend aus Teilen der Schale, im Übrigen aus Kornbestandteilen besteht, die vom Mehlkörper nicht so weitgehend befreit sind wie bei der Roggenkleie.

Roggengrießkleie hat eine Biogasausbeute von ca. 489,6 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von ca. 53,7 %.

Roggennachmehl ist ein Nebenerzeugnis bei der Herstellung von Mehl aus gereinigtem Roggen. Es besteht im Wesentlichen aus Teilen des Mehlkörpers, feinen Schalenteilen und wenigen sonstigen ornbestandteilen. Es hat eine Biogasausbeite von ca. 576,0 Nm3/ t FM und einen Methangehalt von ca. 59,8 %.

Die Roggensilage besteht aus der ganzen Roggenpflanze, die siliert wird. Roggensilage wird als Grundfutter für Wiederkäuer und als Substrat für die Biogaserzeugung. Roggensilage ist ein nachwachsender Rohstoff.

Bei der Bioethanolherstellung aus Roggen fällt der Reststoff “Schlempe” an. Roggentrockenschlempe enthält alle Stoffe, die der Maische zugeführt wurden (Eiweiße, Fette und Mineralstoffe).  Nicht mehr enthalten sind hingegen die Kohlenhydrate, die in Alkohol umgewandelt wurden.

Rohstoffe sind Stoffe, die noch nicht zu Brennstoffen verarbeitet wurden. Diese schließen Zwischenprodukte ein.

 

Rübenkleinteile sind gereinigte, abgepresste Bruchstücke von Zuckerrüben mit Anteilen von Rübenblättern. Sie sind energiereich, schmackhaft und hochverdaulich für Wiederkäuer und werden demnach hauptsächlich als Futtermittel eingesetzt.

S

Die Sauermolke entsteht als Nebenprodukt, wenn man Milch mit Milchsäurebakterien (anstatt Lab) behandelt. Nachdem das Eiweiß als Käse oder Quark abgetrennt ist, verbleibt die Molke.

Sauermolke eingedickt hat eine Biogasausbeute von ca. 79,1 Nm³/t FM und einen Methangehalt von 53,5 %. Sauermolke frisch hingegen hat eine Biogasausbeute von 36,9 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von 53,5 %.

Sekundärenergie sind Energieträger, die nach einer Umwandlung der Primärenergie zur Verfügung stehen. Das sind z.B. Strom, Fernwarme, Heizöl Bio-CNG, Bio-LNG, Benzin, Koks oder Briketts.

 

In der Güllewirtschaft können durch Separation Feststoffe möglichst weitgehend von der Flüssigkeit getrennt werden.

 

Silieren bedeutet, dass Nachwachsende Rohstoffe wie z.B. Mais, GPS, Gras, etc. vom Feld geerntet werden (z.B. durch Mähen oder häckseln) und anschließend abtransportiert sowie auf der dafür vorgesehenen Fläche in der Nähe der Biogasanalage aufgeschüttet, verdichtet und gewalzt wird. Anschließend wird eine oder mehrere Folien darüber ausgebreitet und mit Silosäckchen/-Bändern oder ähnlichen beschwert. Hier lagert das Substrat bis es in den Fermenter der Biogasanalge verfüttert wird.

Dieses Verfahren wird angewandt, damit das Substrat lange haltbar und energiereich bleibt. Grundsätzlich erfolgt beim Silieren nämlich eine Unterdrückung pflanzeneigene Enzyme sowie aerobe und fakultativ anaerobe Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Schimmelpilze).

 

 

Sojabohne auch Samen der Sojabohne wird vor allem für die menschliche Ernährung und zur Ölgewinnung angebaut.

Sojabohnenschalen fallen bei der Herstellung von Sojaschrot an, bei der entweder vor der Zerkleinerung der Sojabohnen oder nach der Trocknung über Windsichtung bzw. Siebe die Schalen abgetrennt werden.

Sojabohnenschalen haben eine Biogasausbeute von ca. 516,7 Nm³/ t FM und einen Methangehalt von ca. 52,7 %.

Sojaextraktionsschrot  ist der Rückstand der Ölgewinnung durch Extraktion aus Sojabohnen, die vor der Verarbeitung entschält wurden. Indem die Schalen entfernt sind, weisen die Gehaltswerte eine recht gute Konstanz auf. Sojaextraktionsschrot hat ein gutes Aminosäuremuster, mit vor allem einem hohen Lysinanteil, aber geringem Anteil an S-haltigen Aminosäuren. Man spricht auch von Sojaexkraktionschrot HP (= high protein – Hochprotein). Es wird viel als Futtermittel eingesetzt.

Sonnenblumenkuchen fallen als Nebenprodukt bei der Ölgewinnung durch Pressen aus (teil-)entschälten Sonnenblumenkernen an. Bei der Gewinnung von Sonnenblumenöl werden die Kerne entweder in der vorliegenden Form verarbeitet oder sie werden vorgängig entschält.

Der Gesetzgeber unterscheidet verschiedene Arten sogenannter biogener Abfälle. Dazu gehören Speisereste, Magen- und Panseninhalt von Schwein und Rind, Fettabscheiderrückstände aus Großküchen und Bioabfälle. Sie alle sind in Biogasanlagen verwertbar. Da solche Abfälle meist unregelmäßig anfallen, werden sie vorzugsweise als Co-Substrat eingesetzt. Dafür gelten strenge Hygienisierungsvorschriften. Häufig schwanken die Vergärungseigenschaften von Bioabfällen stark, so dass die Nutzung relativ anspruchsvoll ist.

Spotmarkt ist in der Finanzwirtschaft ein ökonomischer Markt. Dieser ist an dem Angebot und Nachfrage von Spot- oder Kassageschäften gebunden. Spotmarkt ist durch Zug-um-Zug-Geschäfte über vereinheitlichte Handelsobjekte gekennzeichnet, die unverzüglich geliefert werden müssen. Von den Kontrahenten sind die Geschäfte beidseitig spätestens zwei Börsentage nach Geschäftsabschluss zu erfüllen, also die Lieferung des Handelsobjekts und Zug um Zug die Zahlung des vereinbarten Preises als Gegenleistung.

 

Stallmist (= Festmist, Rottemist) entsteht durch die Vermischung von Kot und Harn mit Einstreu. Der von der Einstreu nicht aufgenommene Harn fließt als Jauche ab. Zur Stallmistbereitung genügen schon 4 kg Einstreu je Milchkuh und Tag, wenn der größere Teil des Harns unmittelbar abgeleitet wird. In Ställen mit Tiefstreu wird der gesamte Harn von der Einstreu, z. B. bei Milchvieh 8 – 10 kg je Kuh und Tag, gebunden.

 

Ein Substrat ist ein für die Vergärung vorgesehenes Rohmaterial. Als Synonym wird der Begriff Einsatzstoff häufig verwendet.

 

Süßmolke entsteht, wenn man Milch mit Lab (anstatt Milchsäurebakterien) behandelt.

T

Die Treibhausgas-Bilanz (Abkürzung: THG-Bilanz) erfasst klimawirksamen Emissionen für jeden Prozessschritt entlang der Prozesskette der Biogaserzeugung und -nutzung und aufsummiert diese auf.  Am Ende der Prozesskette steht ein Nutzen durch z.B. eingespeistes Biogas oder Biomethan, Strom oder Wärme. Durch diesen Nutzen können andere klimaschädliche Prozesse ersetzt werden  wie u.a. Erdgas, Fossile Brenn- und Kraftsstoffe. Die Emissions-Verrechnung dieser Prozesse erfolgt über Gutschriften. Liegen diese Gutschriften höher als die Belastungen aus der Biogaserzeugung und -nutzung, wird netto eine Treibhausgaseinsparung erreicht.

 

Die Treibhausgas-Quote (Abkürzung: THG-Quote) gibt den Mineralölunternehmen die CO2-Einsparziele für ihre Kraftstoffe vor.

 

U

Ein Überwachungsaudit ist jedes Folgeaudit für Zertifikate, die von einer Zertifizierungsstelle im Rahmen eines freiwilligen Systems durchgeführt werde. Das Überwachungsaudit kann nach der Zertifizierung und vor einem Neuzertifizierungsaudit ausgestellt werden. Es kann vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich durchgeführt werden.

 

Die Unionsdatenbank ist die Datenbank gemäß Artikel 28 Absatz 2 der Richtlinie (EU) 2018/2001.

V

Verbundinfrastruktur ist ein System von Infrastrukturen, einschließlich Rohrleitungen, LNG-Terminals und Speicheranlagen, für den Transport von Gasen, die hauptsächlich aus Methan bestehen und Biogas sowie Gas aus Biomasse, insbesondere Biomethan, umfassen, oder von anderen Gasarten, die technisch und sicher in das Erdgasrohrleitungssystem, in Wasserstoffsysteme und in Rohrleitungsnetze und Übertragungs- und Verteilungsinfrastrukturen für flüssige Brennstoffe eingespeist und durch diese transportiert werden können.

Ein Verstoß ist die Nichteinhaltung der Vorschriften und Verfahren durch einen Wirtschaftsteilnehmer oder eine Zertifizierungsstelle, die im Rahmen des freiwilligen Systems festgelegt wurden, dem sie angehören oder in deren Rahmen sie tätig sind.

W

Weizenkleie ist ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Weizenmehl für die menschliche Ernährung. In der Mehlmüllerei wird der Mehlkörper vom Rest des Korns getrennt. Je nach Grad der Ausmahlung bezeichnet man verschiedene Produkte. Weizenkleie wird im Futter vornehmlich als diätetisch wirkende Komponente eingesetzt. In der Biogaserezugung gilt es als Abfallstoff.

Wirtschaftsteilnehmer bezeichnet einen Erzeuger von Rohstoffen, einen Sammelbetrieb für Abfälle und Reststoffe, einen Betreiber von Anlagen, die Rohstoffe zu fertigen Brennstoffen oder Zwischenprodukten verarbeiten, einen Betreiber von Energieerzeugungsanlagen (Elektrizität, Wärme oder Kälte) oder jeden anderen Betreiber, einschließlich Speicheranlagen oder Händler, die sich physisch im Besitz von Rohstoffen oder Brennstoffen befinden und Sie insofern Informationen über die Nachhaltigkeitseigenschaften sowie Eigenschaften in Bezug auf Treibhausgaseinsparungen dieser Rohstoffe oder Brennstoffe verarbeiten.

X

Y

Z

Ein Zertifikat ist eine Konformitätserklärung einer Zertifizierungsstelle im Rahmen eines freiwilligen Systems. Das Zertfikat bescheinigt, dass ein Wirtschaftsteilnehmer die Anforderungen der Richtlinie (EU) 2018/2001 erfüllt.

Ein Zertifizierungsaudit (Synonym: Erstaudit) bezeichnet einen ersten Audit vor der Teilnahme an einem System mit dem Ziel, ein Zertifikat im Rahmen eines freiwilligen Systems zu erhalten.

Eine Zertfizierungsstelle bezeichnet eine unabhängige akkreditierte oder anerkannte Konformitätsbewertungsstelle. Diese Konformitätsbewertungsstelle schließt mit einem freiwilligen System eine Vereinbarung über die Erbringung von Zertifizierungsdiensten für Rohstoffe oder Brennstoffe, indem sie Audits bei Wirtschaftsteilnehmern durchführt und Zertifikate im Namen der freiwilligen Systeme unter Verwendung des Zertifizierungssystems des freiwilligen Systems ausstellt. 

Die Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Altissima-Gruppe) ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze; sie gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Zunehmend ist die Bedeutung von Zuckerrüben als nachwachsender Rohstoff, z. B. zur Herstellung von Bioethanol und Biogas.

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