Bioenergie

Es geht dabei um die Herstellung von Strom aus fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse, um die Bereitstellung von Wärme, z. B. aus Brennholz oder Pellets sowie um die Produktion von Kraftstoffen, wie z. B. Biodiesel oder Bioethanol und Biomethan. 

Bioenergie

Was ist Biomasse? 

Unter Biomasse versteht man ganz allgemein die Gesamtheit aller pflanzlichen und tierischen Lebewesen. Diese können in primärer Form vorliegen, beispielsweise als Baum (feste Bestandteile), in sekundärer Form als Gülle (flüssig) oder in tertiärer Form als Gas (z. B. Biomethan). 

Laut dem Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) gehen 8,5 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland auf bioenergetische Verfahren zurück, 11,5 Prozent auf die Wärmebereitstellung und 4,6 Prozent auf die Herstellung bioenergetischer Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Durch den Ausbau der Bioenergie werden laut BBE jährlich rund 64 Millionen Tonnen weniger an Treibhausgasen emittiert. Mehr als 100.000 Beschäftigte finden mittlerweile Arbeit in diesem dynamisch wachsenden Markt, der für die Energiewende von elementarer Bedeutung ist. 

Strom aus verschiedenen Quellen 

Der überwiegende Teil der gasförmigen Biomasse wird derzeit verstromt. Dies geschieht in Deutschland zumeist direkt am Entstehungsort, z. B. in landwirtschaftlichen Produktionsanlagen durch Fermentation von Gülle und Stallabfällen. Die Weiterverarbeitung geschieht in Blockheizkraftwerken, die in einem Arbeitsgang Strom und Wärme produzieren können.  

Auch aus fester Biomasse wird Strom erzeugt, z. B. aus Rest- und Abfallholz. In rund 700 Holzkraftwerken wird so der Strombedarf für rund 3 bis 4 Millionen deutscher Haushalte produziert. Außerdem kann Strom auch aus flüssiger Biomasse hergestellt werden. Hierzu werden Pflanzenöle wie Rapsöl, Palmöl sowie Sojaöl in Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. 

Wärme 

Ein großer Teil der Wärmeherstellung wird in sogenannten Kleinfeuerungsanlagen erzeugt. Dies sind zumeist in Privathaushalten stehende Kamine und Öfen, die mit Holzpellets, Holzhackschnitzeln und Scheithölzern befeuert werden. Die Entwicklung geht in den letzten Jahren vermehrt hin zu modernen, elektronisch geregelten Holzpellet-Öfen, mit vollautomatischen Vergaserkesseln.  

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Als Brennmaterial dienen hier die Holzpellets, also Presslingen aus natürlichem Restholz. Es sind stäbchenförmige, meist 25 mm lange Presslinge, die zumeist aus Sägemehl hergestellt werden. Mehr und mehr setzen deutsche Haushalte auf solche Holzpellet-Öfen, um alte ölbetriebene Zentralheizungen umzurüsten oder solche neu zu installieren. 

Kraftstoffe

Die wichtigste Energie-Innovation im Verkehrssektor ist die Entwicklung und Produktion von Biokraftstoffen. Mit ihnen lässt sich eine Reduktion von Treibhausgasen um 70 bis 90 Prozent gegenüber Benzin und Diesel erzielen. Die wichtigsten bioenergetischen Kraftstoffe sind Pflanzenöle, Biodiesel, Bioethanol, Biomethan sowie eine Reihe hydrierter Pflanzenöle, sogenannte HVOs (Hydrogenated Vegetable Oils). Sie werden durch eine katalytische Reaktion mit Wasserstoff in Kohlenwasserstoffe umgewandelt.  

Vorteil: Sie werden in ihren chemischen Eigenschaften den fossilen Kraftstoffen angepasst, ein Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist. So können sie als Beimischung für Benzin- und Dieselfahrzeuge Verwendung finden und später diese möglicherweise vollständig ersetzen.  

Biokraftstoffe der zweiten Generation beruhen sogar auf Stroh und pflanzlichen Reststoffen. Aus ihnen werden Kraftstoffe, wie Biodiesel, Zellulose-Ethanol oder Bio-CNG hergestellt. Vorteil: Durch Verwendung solcher pflanzlicher Abfallprodukte greift die Biokraftstoff-Produktion nicht mehr wie bei den Produkten der ersten Generation in den Nahrungsmittel-Kreislauf ein. So wird eine mögliche Konkurrenz zu Anbauflächen für Nahrungsmittel vermieden.  Nachteil: Ihre Herstellung ist deutlich aufwändiger. 

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