Gärreste aus Biogasanlagen

Es geht dabei um die Produktion von Biomethan (auch Biogas genannt) aus landwirtschaftlichen Abfällen, wie Maissillage, Gülle sowie weiterer organischer Abfälle. Durch gezielte Fermentation unter Luftabschluss entsteht so Methan, das von CO2 und anderen Verunreinigungen befreit wird und dann als Biomethan auf den Markt kommt.

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Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Biogasanlagen. Weit verbreitet sind die eher kleineren, die im Umfeld landwirtschaftlicher Erzeugungsbetriebe entstanden sind. Ihr größter Vorteil ist das Entfallen der Transportkosten. Aber auch größere Einheiten sind am Markt, die Biomasse aus verschiedenen Quellen sammeln und verarbeiten.

Inhaltsstoffe von Gärresten

Nach der Vergärung bleibt ein Rückstand im Fermenter zurück. Dieser kann dick- oder dünnflüssig, aber auch körnig sein. Man bezeichnet ihn als Gärrest. Diese Gärreste sind wertvoll und enthalten wichtige Inhaltsstoffe. Sie enthalten organische Stoffe wie Zuckerverbindungen, Stärke und Cellulose, Proteine und Fette. Darüber hinaus enthalten sie anorganische Elemente wie Phosphor, Stickstoff, Kalium und Schwefel. Sie werden daher nicht vernichtet, sondern als Düngemittel eingesetzt.

In großen Biogasanlagen sammelt man die Gärreste in speziellen Behältnissen, die so beschaffen sein müssen, dass kein klimaschädliches Methan in die Atmosphäre gelangt.

Untersuchungen haben ergeben, dass das Mikrobiom des Bodens durch Gärreste aus Biogasanlagen angeregt und aktiviert wird. Ein solcher Düngeprozess beansprucht bis zu seiner Wirkung etwa acht bis zehn Wochen.

Gärreste als Dünger

Die in der Landwirtschaft häufig verwendeten Mineraldünger können, zumindest bei der Getreideproduktion, weitgehend durch Gärreste ersetzt werden. Besonders hochviskose Gärreste werden dafür bevorzugt, weil sie schnell in den Boden einsickern und somit nur geringe Emissionen verursachen können, z. B. durch flüchtiges Ammonium (NH4).

Organische Düngemittel können durch Gärreste nur zum Teil substituiert werden. Enthaltene Schwermetallverbindungen, Salmonellen, Clostridien sowie Kunststoffe stellen für die Verdüngung in aller Regel aber keine Probleme dar. In Deutschland ist auch die Verwertung von Gärresten – vor allem dann, wenn man sie als Dünger einsetzen will – durch die Düngeordnung geregelt. Ihr Ziel ist es, Grund- und Trinkwasser vor dem Einsickern vor Gefahrstoffen zu schützen. Hier besteht die Gefahr der Überdüngung durch Stickstoffverbindungen.

Traktor

Vom 1. November bis zum 31. Januar ist die Verdüngung von Gärresten auf Ackerland verboten. Das Ausbringen auf Grünland darf nicht zwischen dem 15. November und dem 31. Januar erfolgen. Gärreste gelten als Bioabfall, insbesondere dann, wenn sie aus Biomasse stammen. Gärreste aus vergorenem Hausmüll, z. B. mit nur geringem organischen Anteil, gelten nicht als Bioabfall.

Neben der Restverwertung als Flüssigdünger kommt ein großer Teil der Gärreste auch als Festdünger zum Einsatz. Meist wird der feuchte Gärrest ausgepresst und so von Flüssiganteilen befreit, oder er wird in Trocknungsanlagen entfeuchtet, wobei in modernen größeren Anlagen die Restwärme der Biogasverstromung dafür zum Einsatz kommt.

Trockendünger ist erheblich besser zu transportieren und zu lagern, sodass mehr und mehr Trockendünger nachgefragt wird. Ein späteres Anfeuchten vor Ort ist in vielen Fällen möglich und die bessere Alternative als feucht-schwere Gärreste zu transportieren. Manche Gärreste enthalten schwer abbaubare Stoffe, wie z.B. Cellulose und ligninhaltige Reststoffe, die zumeist aus Holzabfällen stammen. Auch solche schwer verwertbaren Abfälle werden noch genutzt, z. B. als Brennstoff in der Wärmeerzeugung.

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